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Lasermessung gibt altem Fort ein Gesicht

Neues Verfahren ermöglicht exakte Sanierungsplanung – Hochschulabsolvent nutzt Technik für die Visualisierung von Kloster- und Festungsanlage

 

Nachstehender Artikel von Dr. Reinhard Kallenbach erschien am 15. Juni 2010 in der Rhein-Zeitung:

Als die Preußen 1822 mit dem Bau des Forts Konstantin begannen, wurden Teile des alten Kartäuserklosters in die neue Festungsanlage integriert. Auch geeignetes Baumaterial aus den alten Gebäuden wurde wiederverwendet. Wegen des Abbruchs, der Überformung und der Neubauarbeit war es bislang dennoch nur in groben Zügen möglich, das ursprünglich von den Benediktinern gegründete Kloster zu rekonstruieren. Neue Vermessungstechniken und leistungsfähige Programme machen dies möglich.

 

Die Gegenüberstellung von historischen Zuständen und Gegenwart war die Aufgabe von Timo Schröder, der Kloster und Fort zum Thema einer Masterarbeit an der Jade-Universität in Oldenburg gemacht hat. Der junge Absolvent hatte die Chance, die Daten zu interpretieren, die ein neuartiges Messverfahren liefert. Wurden früher historische Gebäude noch von Hand aufgemessen, übernimmt dies jetzt ein Spezialgerät, dass die Vorzüge der Laservermessung mit denen der digitalen Fotografie vereint. Federführend war dabei das Ingenieurteam 2 aus Rheinbach bei Bonn, das jüngst seine Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentierte.

 

Die exakte Dokumentation, die die Planung künftiger Sanierungsmaßnahmen deutlich erleichtert, wurde möglich, weil jetzt endlich mehr Geld in die Hand genommen wird, um das im städtischen Eigentum befindliche Baudenkmal vor dem Untergang zu retten. Die einmalige Chance eröffnete das Sonderprogramm der Bundesregierung für die deutschen Unesco-Welterbestätten: Allein für Fort Konstantin stehen bis 2013 rund 2,4 Millionen Euro bereit. Diesen Betrag teilen sich Bund, Land und Stadt. Letztere wäre mit der Erhaltung der Anlage überfordert gewesen. Und auch der Verein Pro Konstantin - ihm ist es zu verdanken, dass das Fort aus dem Dornröschenschlaf befreit werden konnte - musste angesichts der zahllosen ehrenamtlichen Stunden unterstützt werden.

 

Um das weitere Vorgehen zu planen, mussten zunächst zuverlässige Bestandsdaten ermittelt werden, um die Grundlage für die weitere Sanierungsplanung zu schaffen. Man entschied sich schließlich für das sogenannte Laserscanning. Dazu lieferte der Hersteller Zoller + Fröhlich (Wangen) Messgerät und Software. Der Vorteil: Wurden bislang mit konventionellen Methoden nur wenige Messpunkte ermittelt, scannt das Spezialgerät das Objekt ab und ermittelt dabei Millionen Punkte. Diese Daten werden dann die Grundlage für die weiteren Arbeiten am Computer. In der Praxis heißt das: Die Aufgaben eines Vermessungsingenieurs verlagern sich immer mehr vom Außen- in den Innendienst. Dort entstehen aussagekräftige Pläne und Bilder.

Der Scanner liefert zunächst ein dreidimensionales Messbild. Die darin enthaltenen Punkte haben für den Laien zunächst einmal keine Aussage. Die „Punktwolke“ muss von Spezialisten interpretiert und mithilfe von Spezialsoftware umgewandelt werden. Erst in einem dritten Arbeitsgang entsteht eine Dokumentation in Grundrissen, Schnitten und Ansichten. Diese sind wiederum Grundlage für die weitere Arbeit von Architekten und Denkmalpflegern. Natürlich können die Daten auch genutzt werden, um frühere Bauzustände im Vergleich mit historischen Plänen, Ansichten und Fotos zu visualisieren, wobei es hierbei darum geht, vor allem Besucher zu begeistern. Und diese Chance nutzte Timo Schröder.

 

Siehe: http://www.ingenieurteam2.com/v03/04_NEWS/start_video.htm

Fort Konstantin um 1865 in einer Ansicht von Norden

Der Koblenzer Anton Baecker hat im Jahr 2007 ein Gemälde von einer Rekonstruktion des Forts Großfürst Konstantin um das Jahr 1865 geschaffen.

Fort Konstantin um 1865 in einer Ansicht von Osten

Der Koblenzer Anton Baecker hat im Jahr 2010 ein weiteres Gemälde von einer Rekonstruktion des Forts Großfürst Konstantin um das Jahr 1865 geschaffen.

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